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Von der Energie-Innovation bis zum ökologisch abbaubaren Marketing-Gag
Die 10 verrücktesten Ökoprojekte
Von der Energie-Innovation bis hin zum ökologisch abbaubaren Marketing-Gag: An allen Enden der Welt entstehen Utopien für eine bessere Welt. Manche brauchbar, manche hoffnungslos, manche wirklich visionär. Die Motivationen reichen vom grünen Prestigeobjekt bis hin zur nachhaltigen Herzensangelegenheit. In jedem Fall: Ein unterhaltsamer Querschnitt und Beleg für die globale Öko-Welle. 
Mikrobiologische Brennstoffzellen: Bakterien bringen Licht nach Afrika Der schwarze Kontinent steht im Dunkeln: Obwohl etwa ein Sechstel der Weltbevölkerung in Afrika lebt, liegt der Anteil des Kontinents am weltweiten Stromverbrauch bei nur vier Prozent. In manchen Ländern sind 95 Prozent der Bevölkerung vom Strom abgeschnitten, wie Lebônê Solutions auf seiner Webseite erklärt. Das will das soziale Unternehmen, dessen Name „Licht“ bedeutet, durch eine innovative Technologie verändern: Mikrobiologische Brennstoffzellen. Wie herkömmliche Brennstoffzellen nutzen sie Wasserstoff, der jedoch von Bakterien im Boden oder Abfall erzeugt wird. Während die Winzlinge organisches Material zersetzen, geben sie Elektronen ab, die wiederum als Strom sparsame LED-Lampen füttern. In Tansania und Namibia wurden nun 80 Haushalte versorgt, die Weltbank gab ein Startkapital in Höhe von 200.000 US-Dollar dazu.
Schwitzende Schweden: Fußgänger beheizen Stockholms Hauptbahnhof Wer sagt denn, das wir Menschen immer nur Energie verbrauchen? Im Hauptbahnhof von Stockholm soll ein Lüftungssystem gebaut werden, dass die Körperwärme der 250.000 Gäste pro Tag auffängt und weiter nutzt. Ein benachbartes Bürogebäude, ein kleines Hotel und ein paar Shops sollen mit der Energie versorgt werden. Die Technologie dahinter ist keine neue, nur scheint bislang niemand darauf gekommen zu sein: „Es sind bloß Rohre, Wasser und Pumpen“, erklärte Karl Sundholm, Leiter des Projekts. Bis 2010 soll das System installiert sein, erwartet wird eine Verringerung der Heizkosten um 20 Prozent.
„F*ck Off Island“: Johnny Depp bleibt sauber Von wegen „Fluch“ der Karibik: Als einer der teuersten Schauspieler Hollywoods (Platz 2 nach Will Smith) leistet sich Johnny Depp nun seine eigene Insel in den Bahamas. Ob sich der eigentümliche Titel „F*ck Off Island“ auf die paradiesische Abgeschiedenheit oder den Kaufpreis von drei Millionen Dollar bezieht ist nicht überliefert. Damit die 150 Quadratkilometer auch für die Natur ein Paradies bleiben, will Depp sein dortiges Domizil ausschließlich mit Solar- und Wasserstoffenergie versorgen. Die Installation übernimmt Mike Strizki, der US-Bauingenieur hatte sich das erste Haus dieser Art selbst gebastelt. Das Problem steigender Energiepreise kennt Stritzki nicht – sogar sein Auto füttert er mit Wasserstoff, den er im Haus selbst produziert. Experten bescheinigten ihm, das seine Lösung zu teuer für eine flächendeckende Anwendung wäre. Macht ja nichts, solange sich der ein oder andere Millionär dafür erkenntlich zeigt ...
Olympisches Fahrverbot: Peking stoppt 3,3 Millionen Autos Anhalten und Durchatmen: Damit die Sonne bei den Olympischen Sommerspielen überhaupt eine Chance hat durch den Smog zu schimmern, verhängten Pekings Politiker Ende Juli ein radikales Fahrverbot für die Hauptstadt. Abhängig vom Nummernschild darf zwei Monate lang nur jedes zweite Auto von insgesamt 3,3 Millionen Fahrzeugen auf die Straße. Seit Anfang Juli wurden bereits 300.000 Autos mit hohem Schadstoffausstoß komplett aus dem Verkehr gezogen. Zum Ausgleich versprach die Regierung auf Kfz-Steuern zu verzichten, was zu Gesamtkosten von 186 Millionen Dollar führen wird. Rund vier Millionen zusätzliche Menschen wird die 17-Millionen-Stadt während der Olympischen Spiele aushalten müssen - drei neue U-Bahnlinien sollen für Entlastung sorgen.
„Our Planet Retreats“: Genossenschaft für fantasievolles Wohnen Wie ein hölzernes Auge schwebt das Öko-Domizil „Sphere“ zwischen den Bäumen. Was an die Behausung der Ewoks aus Star Wars erinnert, wird jetzt in aller Welt Wirklichkeit. Das Team von „Our Planet Retreats“ in London hat Grundstücke auf den Philippinen, Papua Neu-Guinea, Australien und anderen Traumzielen der Erde erworben, um solarbetriebene Baumhäuser im Einklang mit der Natur zu schaffen. Das Geschäftsmodell baut auf eine gemeinschaftliche Finanzierung: Für 30 Dollar kann man Anteile erwerben und erhält ab einer Gesamtsumme von 55.000 Dollar Dividenden zurück. Die auf Glasfaser basierenden Spheres werden von Einheimischen gebaut, die bei Bedarf auch Dienstleistungen für die Mieter übernehmen und so aktiv eingebunden werden. Wer es individueller und größer braucht, kann sich in Deutschland an das Unternehmen „baumraum“ wenden. Masdar-City: Ökopolis aus der Ölwüste Ausgerechnet Abu Dhabi. Tonnenweise Erdöl strömt aus dem Emirat in alle Welt und heizt das Klima weiter an. Für 22 Milliarden Dollar bauen die Scheichs bis 2016 eine Stadt, die vollen Komfort bei null Emissionen verspricht. Wind- und Solaranlagen speisen Klimaanlagen, zusätzliche Kälte soll aus tieferen Erdschichten an die Oberfläche gepumpt werden. Die arabische Sonne wird solarthermische Kraftwerke speisen, die 100 Megawatt Strom produzieren und tausende von Haushalten versorgen. In Flüssigsalztanks wird die Mittagshitze gespeichert, umgewandelt und auch nach Sonnenuntergang sicher in die heimische Steckdose geleitet. Der sechs Quadratkilometer große Ökospielplatz wurde von Stararchitekt Lord Norman Foster entworfen, der in Lybien auch die „Green Mountains“ als „erste Ökoregion der Welt“ mit einer Fläche von 550.000 Hektar entwickelt. Auch wenn die Aufträge von politisch fragwürdigen Ölmilliardären kommen - ein Blick auf den eigenen Kontostand lässt Herrn Foster sicher seelig vom nächsten Öko-Luftschloss träumen.
„Brooks Trance 8“: Der biologisch abbaubare Laufschuh Die Mittelsohle des „Brooks Trance 8 Biodegradable Running Shoe“ baut sich 50 mal schneller ab als bei gewöhnlichen Laufschuhen. Wo früher die Langlebigkeit von Produkten für Qualität bürgte, soll der Brooks Trance 8 also schneller von der Bildfläche und damit aus der Ökobilanz verschwinden. Ab welcher Stückzahl diese Innovation einen Vorteil abgesehen vom Marketingeffekt bietet sei dahingestellt. In einer Branche, wo einem die Fachbegriffe um die Ohren fliegen wie seinerzeit beim Computerkauf, braucht es wohl immer noch ein neues Feature, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Was der abbaubare Laufschuh für 140 Dollar noch so bietet? Na, zum Beispiel „Rearfoot HydroFlow“, „Full-length MoGo“, „Progressive Diagonal Rollbar“ und nicht zu vergessen den „Engineered Stable Pod“. „Poulsen Hybrid“: Elektromotor zum Anschrauben Wer mit dem Verbrauch seines Wagens nicht zufrieden ist, aber nicht gleich einen Neuwagen anschaffen will, der könnte an dem System „Poulsen Hybrid“ Gefallen finden: Zwei Elektromotoren werden an den Hinterrädern installiert und sollen bis zu 85 Prozent der Motorleistung übernehmen. Der Benzinmotor würde demnach nur noch für den Start, Bergfahrten und die Beschleunigung gebraucht. Für 4.200 Dollar samt Installation soll der Hybrid zum Anschrauben im Herbst auf den Markt kommen. Optisch sieht er leider einer Wegfahrsperre sehr ähnlich.
„GreeNet“: Das öko-soziale Netzwerk Entwickler aus aller Welt erfinden für die Community „facebook“ laufend neue Applikationen mit fraglichem Nutzwert. Der neueste Sprößling aus dieser Reihe heißt „GreeNet“: Nutzer können damit ihren Energiekonsum überwachen und einen virtuellen Garten anlegen. Je sparsamer, desto mehr digitale Blumen sprießen auf der eigenen Profilseite. Die kanadischen Entwickler setzen auf den Wettbewerb, wie man ihn auch aus dem echten (Spießer-)Leben kennt – je schöner der Garten des Nachbarn, desto mehr Einsatz vor der eigenen Haustür. Wie ein ausufernd grüner Lebensstil in „Öko-Stress“ umschlagen kann, erklärte zuletzt der berüchtigte Medienriese FOX News: „Treibt Sie das grüne Leben in den Wahnsinn? Zeit für eine Öko-Therapie“.
„River-Gym“: Tretboot der nächsten Generation Auf dem Hudson River könnte sich den Touristen bald ein neues Schauspiel zeigen: Schwimmende Fitnessstudios. Die hektischen New Yorker können nach den Plänen des Designbüros „Mitchell Joachim“ ihr Workout mit dem Übersetzen auf einen anderen Stadtteil verbinden. Statt auf Bildschirme oder öde Häuserschluchten zu glotzen, bietet sich ein Panorama mit wechselnden Ansichten der Glitzerstadt. Die Fahrten an verschiedenen Ablegestellen sollen im Schnitt 15 Minuten dauern, das „River-Gym“ steuert per Autopilot von Hafen zu Hafen. Netter Nebeneffekt: Die Fitnessinseln sollen per eingebauter Kläranlage auch die Qualität des Flußwassers verbessern. Quelle: Utopia  |